NEU ab September 2024: Spielheft 2
ISBN 978-3-949425-06-6 | CB 1306 | 23,00 € |
Playalongs
Verlagsgesellschaft:
ConBrio Verlagsgesellschaft, Brunnstr. 23, 93053 Regensburg,
Tel. 0941 / 94593-0, Fax -50, info@conbrio.de, www.conbrio.de
Rezensionen:
(Der erfolgreiche Modellversuch "Instrumentalspiel mit Behinderten an Musikschulen", durchgeführt 1979 von Prof. Dr. Werner Probst,) ... war Anlass und Motivation für viele weitere Aktivitäten. Die Musikschulen Bochum und Fürth sind besondere Motoren für die Entwicklung weiterer Modelle und Initiativen. Bochum ist bekannt durch die erfolgreiche Bigband „just fun“ unter Leitung von Claudia Schmidt und die Musikschulabteilung „Bochumer Modell“ (Das Bochumer Modell 2016), Fürth durch die inhaltlich-methodische Arbeit von Robert Wagner und das musikalische Ausbildungsprojekt Berufung Musiker (Berufung Musiker 2016). Ein erstes Unterrichtswerk für Instrumentalunterricht, das nicht dem üblichen Schema „Von leicht zu schwer“ folgt, sondern das gleichzeitige Musizieren einfacher und anspruchsvoller Elemente propagiert, ist das aktuell erschienene Werk Max Einfach – Musik Gemeinsam von Anfang an (Wagner 2016). Auch wenn das Konzept im Kontext der musikalischen Arbeit mit Jugendlichen mit Behinderung entstanden ist – anwendbar ist es in allen Situationen, in denen Anfänger und Fortgeschrittene gemeinsam musikalisch aktiv werden. Über dieses Konzept wird deutlich, dass Inklusion kein lineares Prinzip, sondern eines der Gleichzeitigkeit bei Verschiedenheit ist.
Quelle: Vielfalt im Musizierunterricht, S. 142 f, Schott 2016, Hrsg: Katharina BradlerProf. Dr. Irmgard Merkt, TU Dortmund
Ein offenes Konzept für selbstbestimmtes Musizieren
Robert Wagner legt mit „Max Einfach“ seine konkrete Vision einer „Musikpädagogik für Alle“ vor.
Wer auf der Suche nach Material, Anregungen und Unterrichtshilfen für das Musizieren mit heterogenen, unterschiedlich besetzten Gruppen ist, darf sich freuen: „Max Einfach – Musik Gemeinsam von Anfang an“ bietet mit einem Lehrerband und einem Spielheft viel Stoff aus der Praxis für die Praxis. Mit der Methode „Von der Harmonie zur Melodie“ stellt Autor Robert Wagner Lehrkräften wie Schülern ein Handwerkszeug zur Verfügung, das ein gemeinsames Musizieren mit unterschiedlichsten Vorerfahrungen und Lerndispositionen ermöglicht. Grundidee dabei ist, dass jeder Mitspieler von den vielen Bausteinen, aus denen sich Musik zusammensetzt (Grundschlag, Rhythmus, Akkordtöne, Melodietöne oder -teile) eigenverantwortlich diejenigen wählt, die seinen Möglichkeiten, Vorlieben und seinem Instrument am besten entsprechen. Dadurch entsteht ein individuelles, selbstgemachtes Arrangement, das sich im Lauf der Erarbeitung immer wieder verändern kann. Die Lehrkraft übernimmt im Idealfall durch das selbstbestimmte Handeln der Schüler im Lauf der Zeit eine Rolle, in der sie Lernprozesse und musikalische Entwicklungen nur im Hintergrund begleitet, strukturiert und im Bedarfsfall Hilfestellungen anbietet. Neben den fachlich-musikalischen Aspekten sind dem Autor, der durch seine vielfältigen pädagogischen Tätigkeitsfelder (u.a. Musikschulleiter, Musikschullehrer speziell im Bereich Inklusion, Leiter des „Berufsbegleitenden Lehrgangs Instrumentalspiel mit Menschen mit Behinderung“ des VdM) auf ein großes Erfahrungsspektrum zurückgreifen kann, aber auch übergeordnete pädagogische und allgemein menschliche Kompetenzen wichtig, wie etwa differenzierte Wahrnehmung, Eigenverantwortung und Selbsteinschätzung. Während sich das Kapitel 1 des Lehrerbandes systematisch und detailliert hauptsächlich der schrittweisen praktischen Einführung der Methode widmet, befassen sich Kapitel 2 und 3 mit Gedanken zu einer inklusiven Musikpädagogik und pädagogischen Grundaussagen im Allgemeinen. Eindrücklich ergänzt wird das Buch durch einen 25-minütigen Film, der an vielen Einzelbeispielen aus der Praxis vermittelt, wie „Max Einfach“ funktionieren kann, welche Bandbreite an musikalischem Können die Methode umfasst und wie viele verschiedene Schülerpersönlichkeiten sie erreicht. Der Spaß am Musikmachen, der hier spürbar ist, überträgt sich unmittelbar auf den Betrachter und macht Lust, selbst gleich loszulegen. Das Spielheft bietet mit über 80 Liedern und Stücken aus Folklore, Popmusik und Klassik in verschiedenen Schwierigkeitsgraden ein großes Repertoire an motivierender, gut geeigneter Musik für das Musizieren in Gruppen. Die Stücke sind übersichtlich und konsequent in viertaktigen Melodiebögen notiert, die Form ist durch Buchstabenbezeichnung der Einzelteile erkennbar gemacht. Über der Melodie stehen die Akkordsymbole, unter jeder Melodiezeile bietet eine leere Notenzeile Platz für Notizen beziehungsweise die individuelle, selbstgewählte Stimme des einzelnen Spielers.
„Max Einfach“ ist ein musikpädagogisches Angebot, das sich am Schüler orientiert und ihm die Möglichkeit gibt, Musik mitzugestalten und gemeinsam mit anderen zu erleben, ein offenes Konzept, das dem Lehrer Raum lässt für eigene Ideen, Varianten und Ergänzungen, eine Methode, deren zugrunde liegender Inklusionsgedanke sich nicht auf Menschen mit Behinderung beschränkt, sondern auf der Basis einer „Musikpädagogik für Alle“ vom Senioren zum Jugendlichen, vom Anfänger zum Fortgeschrittenen, vom Kind mit Down-Syndrom bis zum Hochbegabten alle Menschen gleichermaßen einschließt und eine reichhaltige Sammlung konkreter anleitungen, Tipps und Ideen für die Praxis und ein buntes Angebot an musikalischem Material. Unbedingt empfehlenswert!
Quelle: nmz 9/16 (September 2016)Barbara Ertl, Musikpädagogin und Fachbuchautorin
Nun ist er da: Max Einfach, der methodische Wegweiser zum Musizieren in heterogenen Gruppen. Er wurde von vielen TeilnehmerInnen des berufsbegleitenden Lehrgangs „Instrumentalspiel mit Menschen mit Behinderung“ des Verbandes deutscher Musikschulen sehnsüchtig erwartet und kann jetzt mehr interessierte MusikpädagogInnen erreichen und nach kurzer Einarbeitung bei einem unkomplizierten, erfolgreichen Arbeiten mit Ensembles unterstützen. Die Methode „Von der Harmonie zur Melodie“ von Robert Wagner zeigt, wie Menschen unterschiedlichen Alters, mit ganz verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit oder ohne Erfahrungen zu gemeinsamem Musikmachen mit Freude geleitet werden können. Sie wird hier so aufbereitet, dass sie sich auch Musiklehrkräfte, die neu vor einer inklusiv ausgerichteten Aufgabe stehen, aneignen können. Sie eignet sich für Anfängergruppen und Fortgeschrittene und ist einfach anzuwenden für das Spiel beliebiger Lieder und Stücke. Im Lehrerband wird der Weg erläutert und die Entwicklung einzelner Bausteine sowie die Möglichkeiten ihrer Kombinationen aufgezeigt. Es werden dabei pädagogische Grundsätze dargelegt und vielfältig zum Nachdenken über die Realisierung einer inklusiven Musikpädagogik, einer „Musikpädagogik für alle“ wie der Autor schreibt, angeregt. Zusätzlich veranschaulicht ein 25-minütiger Film, auf den die Leserschaft im Internet Zugriff bekommt, die Arbeitsweise. Wagner zeigt, wie aus der Regelhaftigkeit der Musik ein einfaches Grundgerüst abgeleitet wird, sodass ohne mühsames Arrangement im Vorfeld unzählige Melodien in einer beliebig besetzten Gruppe gemeinsam zu einem Stück entwickelt werden können. Weiter zeigt er, wie mit dieser Methode jedem Gruppenmitglied die Freiheit eingeräumt werden kann, sich für eine eigene Mitwirkung zu entscheiden im Sinne von selbstbestimmtem Handeln und selbstbestimmter musikalischer Weiterentwicklung. Im Spielheft sind nach einer kurzen Gebrauchsanweisung insgesamt 82 Lieder, Songs, Tänze und Stücke so übersichtlich und strukturiert notiert, dass ein ganzes Ensemble aus dem gleichen Notenblatt spielen kann. Durch die Notation mit durchweg nur einer Melodie pro Seite, vier vollen Takten pro Zeile, mit der Bezeichnung der Formteile und den Akkord-Buchstaben sowie darunter einer zweiten leeren Notenzeile bleibt noch genügend Platz für individuelle Einträge und Ergänzungen. Dabei reicht die Auswahl von Mozarts „Alla turca“ über Bach-Menuette von Hänschen klein bis zu Yesterday von den Beatles. Schade ist nur, dass durch die Beschränkung auf ein Minimum des jeweiligen Materials etwas genauere Angaben zu den Stücken (beispielsweise die zeitliche Einordnung) fehlen.
Quelle: üben & musizieren 4/2016 (August/September 2016)
Prof. Brigitte Steinmann, HfM Hannover